Anmerkungen zu den Baumfällungen auf dem Schulgelände

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3. Januar 2016 von Administration

Mit dem Beschluss, das Schulzentrum umzubauen bzw. zu erweitern, war im Grunde klar, dass man den bestehenden Baumbestand nicht würde erhalten können. Es wird ja nicht nur zusätzlicher Grund bebaut, sondern es werden auch zahllose Leitungen verlegt, wobei unweigerlich gegraben und Wurzelwerk beschädigt wird. Zudem werden die Abrissarbeiten und das Aufstellen von und das Befahren mit schweren Maschinen nicht ohne negative Folgen für das vorhandene Grün bleiben.
An der generellen Entscheidung für den Schulneubau und der Auswahl des Architekturbüros war ich als Umweltreferentin nicht beteiligt, da noch nicht im Amt. Beide Beschlüsse sind sehr sorgfältig nach langer Abwägung gefasst worden, wie auch ausführlich in der Presse berichtet wurde. Eine Renovierung der alten Gebäude – die einzige Möglichkeit, die Bäume zu bewahren – wäre nicht gefördert worden und hätte die Stadt in nicht zu rechtfertigender Weise finanziell mehr belastet.
Keiner opfert den alten Baumbestand gern oder leichtfertig, auch die ambitionierten Planer nicht. Es gibt sehr überzeugende Pläne für das Grün auf dem Neuen Schulgelände. Es wird nicht mehr wie bisher die Winkel zwischen den Gebäudekomplexen füllen, sondern formt als gleichwertiges Element den Gesamteindruck der Anlage, z.B. durch die alle Schulen verbindende Magistrale in Ost-West-Richtung mit einer an die Lechauen erinnernden Pflanzenzusammenstellung und durch die Streuobstwiese südlich der Grundschulturnhalle.
Wo ich konnte, habe ich in meiner Eigenschaft als Stadträtin und Umweltbeauftragte Einfluss genommen: Die zu erhaltenen Bäume werden während der Bauphase geschützt, die Anzahl der zu fällenden wurde nochmals verringert. Eine mächtige Kastanie im Hof zwischen Real- und Mittelschule muss z.B. nicht weichen, nur weil an ihrer Stelle Schutt zwischengelagert werden sollte (!). Die Liste der Baumarten wurde erweitert, nicht heimische Arten (wie die Robinie) gestrichen.
Mir tut bekanntermaßen jede Fällung sehr weh. Großkronige Bäume lassen sich in Bezug auf ihre ökologische Bedeutung und ihre Optik durch Nachpflanzung eines jungen Bäumchens nicht reell, sondern nur auf s e h r lange Sicht ersetzen. Doch wie bereits ausgeführt, hätte nur die Ablehnung des Gesamtprojektes „Schulzentrum“ einen Eingriff in den Baumbestand verhindern können. Dies stand nicht zur Debatte und muss nun mit allen Konsequenzen durchgeführt werden.
Ich habe mir in München ein Bild von einem vergleichbaren Schulneubau des Büros Balda gemacht und fand ihn sehr überzeugend, weil ansprechend und in jeder Beziehung durchdacht. Auch der Landschaftsplaner hat eindrucksvolle, originelle Gestaltungen vorzuweisen, die sehr sensibel auf den jeweiligen Standort eingehen, und wird, so hoffe ich vertrauensvoll, auch in Schongau eine Lösung realisieren, die die schmerzlichen Verluste vergessen lässt.
Bettina Buresch


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